Dienstag, 18. November 2014

Windsor Castle

Wenn wir uns mal überlegen, welche 10 Gebäude auf der Welt wir in irgendeiner Weise besonders bemerkenswert, sehenswürdig oder eindrucksvoll finden, welche würden wir dann auswählen?

Ich käme, ohne lange zu überlegen, auf folgende:

Schloß Sanssouci in Potsdam mit dazugehörigem Park
Schloß Versailles
Heidelberger Schloß
Kloster Maulbronn
Straßburger Münster
Kölner Dom
Piazza dei Miraculi mit Dom und Schiefem Turm in Pisa
Berliner Dom
Eiffelturm
Monte Michel, Normandie
Libary of Congress in Washington

Auf welche Liste kommst Du, lieber Leser?

Bei mir sind es bis auf die Kongreßbibliothek und den Eiffelturm alles Gebäude des Adels oder der Kirche. Offensichtlich haben nur diese beiden Institutionen die Kraft, die Ausdauer und den Geschmack bleibende Werte zu schaffen, die wir auch noch nach hunderten von Jahren gerne sehen und toll finden. So habe ich das noch gar nicht betrachtet.

Seit heute kommt bei mir ein weiteres Gebäude auf die Liste und zwar ganz weit oben: Windsor Castle, das Schloß des englischen Königshauses. Das Schloß hat mich regelrecht umgehauen, ich war schwer beeindruckt. Das Schloss wurde unter Wilhelm dem Eroberer vor 1000 Jahren erbaut und wird seitdem ununterbrochen von den diversen Königen und Königinnen bewohnt.

1000 Jahre lang! Wo gibt es denn so etwas noch?




Im Zug nach Windsor saß ich diesem Gentleman gegenüber. Er roch ziemlich nach Schnaps. Sein altes Handy konnte er nur noch mit der Lupe lesen.


So sieht es vom Ort Windsor aus gesehen aus. Windsor selber ist auch durchaus eine Reise wert, ein netter, kleiner Ort im viktorianischen Stil.


Das Castle grenzt direkt an den Ort


Hier kann man königlich einkaufen. Ob die Queen hier morgens ihre Brötchen holt?


Die allseits verehrte Königin Victoria.


Bot Schutz vor den Feinden Englands und der Krone


Der mächtige Turm im Innern der Anlage. Mit eigener Wasserversorgung (50 Meter tiefer Brunnen), falls doch mal jemand über die Mauer kommen sollte.


St. Georgs Kapelle


Herbstlich


Teil der Festungsmauer


Blick auf die Themse von der Nordterrasse aus



Der Innenhof


Die Sankt Georgs Kapelle. Es werden täglich Gottesdienste abgehalten, denen man beiwohnen kann. Manchmal singt der Chor der Kapelle. Die Kirche ist Sitz des Hosenbandordens. Die Dame in rot war ausgesprochen freundlich. Sie erzählte mir, dass es immer eine Weihnachtsfeier gibt, bei der die Queen an ihr Personal kleine Geschenke verteilt. Sie sei eine sehr höfliche und freundliche Person. Der Umhang der Dame erinnert mich an die Kleidung der Lehrer in den Harry Potter Filmen. Ich glaube, da wurden Anleihen gemacht.





Hier geht die Queen mit ihren Hunden Gassi


Das Schloss vom Park aus gesehen


Ich bin gut 2 Stunden herumgelaufen und habe mir das Schloss von innen angesehen. Direkt beim Park befindet sich dieser nette Pub, wo ich danach gut gegessen und getrunken habe. Die Aufschrift hat mich angezogen.


Und das hängt auch an der Eingangstür.


So sieht es drinnen aus. Gerne mal wieder.


Das waren meine eigenen Fotos. Im Inneren des Schlosses durfte man keine Fotos machen. Deswegen füge ich noch ein paar Fotos ein, damit man auch davon einen Eindruck bekommt. Sie stammen von der offiziellen Seite oder Wikipedia, und da gibt es noch mehr, wer mag. Aber die Fotos können den überwältigenden Eindruck, den das Schloss mit seinen Räumen, Gemälden, Möbeln, Farben auf einen machen, nur ansatzweise wiedergeben.


Die gesamte Schlossanlage


Der große Speisesaal für 160 Gäste an einem Tisch


Hier treffen sich die Ritter des Hosenbandordens. Ihre Namen und Embleme sind an der Wand eingraviert bzw. angebracht. Es gibt immer nur 24 Mitglieder, insgesamt sind es aber über 1.000. Es gibt ihn halt schon so lange, seit 1348.


Noch mal das Gestühl der Ritter mit ihren Fahnen


St. Georgs Halle


Kleiner Speisesaal. Die Queen lädt gerne Gäste ein, die hier speisen und dann über Nacht bleiben. Nach dem Frühstück fahren sie dann wieder.



Der Ostflügel mit den Privatgemächern des Königshauses

Zum Schluß drei nette Videos, eines über das Schloß, eines über die Guards und eines über den Besuch unserer Kanzlerin bei der Queen. "Ja, but it's my duty to have busy days." Klasse.

Und ganz zum Schluß möchte ich sagen, dass ich mich von der Sprachschule abgemeldet habe. Entweder Schule oder ausführliche Besichtigungen in London und Umgebung, beides zusammen schaffe ich nicht. Und da meine Klasse zum einen Teil aus sehr, sehr eifrigen Japanerinnen und Koreanerinnen besteht, die nur lernen wollen, und zum anderen Teil aus spätpubertierenden männlichen Arabern und Türken, mit denen ich auch nicht viel anfangen kann - sie sind aber alle nett und freundlich im Umgang, da gibt es keine Probleme - hat mich da auch nichts gehalten. Ich merke auch, dass ich ganz gut ins Englische rein komme, wenn ich mit den Leuten unterwegs und auf der Straße rede. Also habe ich diese Entscheidung für mich getroffen und ich glaube, sie war gut.

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