Radfahren in London heißt jung sein, durchtrainiert, schlank, männlich und süchtig nach dem täglichen Adrenalinstoß.
Alle anderen sollten die Hände und Füße davon lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm ist.
Deswegen diese Assoziation zu längst vergangen geglaubten Zeiten.
Es ist der Kampf um die Straße, um das Recht, die Straße benutzen zu dürfen. Und da haben Radfahrer erst mal naturgemäß nicht so gute Karten. Aber in London sind es viele und sie sind mutig und kämpferisch. Respekt! Aber nichts (mehr) für mich.
Ich weiß schon gar nicht, wo ich lang fahren soll. Die schmalen, sehr schmalen, Radstreifen, wenn überhaupt, meistens gibt es gar keine, hören plötzlich auf. Und dann muß Du wissen, wo es weitergeht. Wenn nicht, bist Du verloren. Hinter Dir die Doppeldeckerbusse, die bis auf wenige Zentimeter an Dich ran fahren, neben Dir Autos, die ihre Spur halten - oder auch nicht. Und das Ganze bei Linksverkehr.
Und die Radler rasen, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her. Ich schätze mal das Durchschnittstempo liegt bei 25-30 km/h - wenn sie fahren können.
Kein Wunder, dass das Mittel der Wahl das Rennrad ist. Alle anderen haben keine Chance, hier mitzuschwimmen. Die Situation ist überhaupt nicht mit der in Deutschland oder gar Holland zu vergleichen. Das ist Ponyhof dagegen.
Also, Boris, Bürgermeister, das ist noch viel zu tun. Kein Wunder, dass hier Ideen entstehen, wie die, den Radverkehr auf extra Bahnen in die Höhe zu verlegen. Ich glaube, dass ist die einzig Lösung, die es irgendwann auch einmal Normalsterblichen ermöglicht, in dieser Stadt das Rad zu benutzen.
Was unbedingt vernünftig wäre! Der Verkehr legt sich selber lahm. An sich müßten die ganzen bescheuerten Taxifahrer - ich hatte ja selber am Ankunftstag das "Vergnügen" - und die boshaften LKW-Fahrer ein Interesse an möglichst vielen Radfahren haben. Denn wenn diese alle auch noch Auto führen, käme der Verkehr mit geschätzen 25% mehr Autofahrern gänzlich zum Erliegen. Aber wahrscheinlich ist das einzige Vergnügen, welches diese in ihrem tristen Stau-Alltag haben, die Jagd auf Radler aus der überlegenen Position in ihren stinkenden Blechkisten heraus.
Oh je, ich bin schon ganz drin in der Auseinandersetzung, ohne das ich einen Meter selber gefahren bin. Aber, was ich täglich sehe, reicht mir.
Seht und lest selbst. Ich habe dem nichts hinzuzufügen. So ist es:
http://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/auslandsreport/Fahrradfahren-in-London-ist-lebensgefaehrlich-article13166396.html
http://www.stern.de/panorama/very-british-london-ist-die-schlimmste-fahrrad-stadt-der-welt-1589334.html
http://www.spiegel.de/panorama/was-radfahrer-in-london-beachten-muessen-a-902389.html
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/verkehrsunfaelle-mit-radfahrern-sechs-tote-radler-in-london-a-934520.html
https://www.youtube.com/watch?v=9UtBrd8eZok
Und so könnte es mal werden:
http://globalmagazin.com/themen/kultur/2015-radfahren-im-glastunnel-ueber-der-londoner-city/http://globalmagazin.com/themen/kultur/2015-radfahren-im-glastunnel-ueber-der-londoner-city/
Und so sehen die Kollegen in London sich selber. Leider bin ich dafür schon zu alt, früher wäre das mein Ding gewesen.
http://www.youtube.com/watch?v=xZIWS-sYbTc
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